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Re:publica 2026 – Never Gonna Give You Up

  re:publica 2026 – Never Gonna Give You Up Oder: Die unbequeme Frage nach dem, was Freiheit wirklich kostet Wir sitzen in Berlin, unter der Kuppel der Debatten über Daten, Cloud, europäische Infrastrukturen. Silicon Valley, ja. Abhängigkeiten, klar. Aber währenddessen — und das ist das Eigentliche — verlieren wir Kontrolle über das, das zählt: den Verstand und mehr. Den eigenen. Die Frage ist nicht neu, aber sie ist brennend geworden. Können wir überhaupt digital souverän sein, wenn wir psychologisch längst fremdgesteuert sind? Was ist denn eigentlich Souveränität? Das Wort stammt vom Lateinischen superanus — wer „oben drüber" steht, wer nicht von außen gelenkt wird. Banal einfach, eigentlich. Nur: Wir sind das nicht. Wir bewegen uns durch ein unsichtbares Labyrinth. Algorithmen, die wissen, was wir wollen, bevor wir es wissen. Feeds, die unsere Aufmerksamkeit jagen wie kleine Raubtiere. Meinungen, die sich anfühlen wie unsere, kommen aber von irgendwo anders. Ängste, die wir nic...

Das metaphysische Vakuum der Moderne

  Das öffentlich-rechtliche Dialog-Experiment „Was Deutschland verbindet“ sowie die begleitenden Debatten im Nachgang versuchen, ein mediales Forum für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stiften, indem sie die drängendsten Reizthemen der Gegenwart verhandeln. Im Zentrum stehen dabei empirische Konfliktfelder wie Gleichberechtigung, Migration, der Zustand der Demokratie, eine lähmende „Meckerkultur“ und der tiefgreifende soziokulturelle Wandel. Obwohl diese Themen für das alltägliche Zusammenleben von unbestreitbarer Relevanz sind, verbleibt ihre mediale und politische Aufarbeitung vollständig in der Sphäre dessen, was das Advaita Vedanta als Vyavaharika bezeichnet – der empirischen, transaktionalen Ebene der Alltagswirklichkeit, die durch Dualität, partikulare Interessen und fundamentale Trennung gekennzeichnet ist. Eine nähere Betrachtung dieses Formats offenbart eine eklatante Leere: Es fehlt an jeder Debatte über Spiritualität, Religion und die tieferen metaphysischen Dimen...

Meditationsexperte kritisiert Spiegel-Artikel

Die stille Epidemie der Gegenwart: Warum mentale Gesundheit neu gedacht werden muss Was sagt es über eine Gesellschaft aus, wenn psychische Erschöpfung zur neuen Normalität geworden ist? Und warum reagieren moderne Gesundheitssysteme oft erst dann, wenn Menschen längst an ihren inneren Belastungsgrenzen angekommen sind? Die globale Debatte über mentale Gesundheit hat einen Punkt erreicht, an dem kosmetische Korrekturen nicht mehr ausreichen. Die Zahlen der aktuellen Lancet-Studie wirken wie ein seismografischer Ausschlag unserer Zeit: Fast 1,2 Milliarden Menschen weltweit leben heute mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung. Damit sind Depressionen, Angststörungen und stressbedingte Leiden längst kein Randthema mehr, sondern ein gesellschaftliches Kernproblem – mit tiefen Folgen für Medizin, Bildung, Arbeitswelt und Politik. Die Krise ist nicht mehr individuell – sie ist systemisch Die Datenlage ist eindeutig: Seit 1990 hat sich die globale Zahl psychischer Erkrankungen nahezu...

Der blinde Fleck unserer Zeit

Der blinde Fleck unserer Zeit Es ist ein vertrautes Ritual der politischen Bühne: Sobald die Konjunktur ins Stolpern gerät, hallen die alten Rufe nach Reformen durchs Land. Mehr Leistung, mehr Tempo, mehr Wettbewerbsfähigkeit. Auch Friedrich Merz greift immer wieder zu diesem Vokabular – und man spürt darin den Geist einer Ära, in der wirtschaftliches Wachstum beinahe automatisch als Synonym für gesellschaftlichen Fortschritt galt. Doch vielleicht liegt genau hier der blinde Fleck unserer Zeit. Denn was, wenn die eigentliche Krise nicht zuerst in den Fabrikhallen, den Ministerien oder den Bilanzen entsteht – sondern im Inneren des Menschen? Die Krise draußen beginnt oft leise im Inneren Gesellschaften verlieren ihre kreative Kraft nicht über Nacht. Sie ermüden schleichend. Ideen versanden, Bildung wird verwaltet statt inspiriert, und Innovation verkommt zum Schlagwort in Sonntagsreden. Das alles hat selten nur mit Steuern, Förderprogrammen oder Bürokratie zu tun. Oft zeigt sich darin e...

Kommentar zu den Würzburger Kirchentagen

 Würzburger Kirchentage Ein Kommentar: Zurück zum Urgrund – Wenn das Heilige im Lärm der Gegenwart leiser wird Manchmal spürt man es schon, bevor ein einziges Wort gesprochen wird. Zwischen den Stimmen, den Programmpunkten, den Podien und Debatten liegt eine seltsame Müdigkeit in der Luft – als suche etwas nach einem verlorenen Mittelpunkt. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Frage unserer Zeit: Was geschieht mit einer spirituellen Tradition, wenn sie beginnt, vor allem die Sprache des Tagesgeschehens zu sprechen, aber immer seltener die Sprache der Seele? Wer durch Würzburg geht, vorbei an alten Mauern, Weinstuben und Kirchenfenstern, ahnt noch etwas von jener europäischen Tiefenschicht, aus der einst Mystik, Kontemplation und innere Einkehr erwuchsen. Doch auf dem Kirchentag schien sich vielerorts eine andere Schwerkraft durchzusetzen. Verkehrspolitik, Koalitionsfragen, gesellschaftliche Positionskämpfe. Alles Themen, die ihre Berechtigung haben – ohne Zweifel. Und denno...

Die neue Kunst des Sports: Warum mentale Stärke heute wichtiger wird als Muskelkraft

Von Joachim Nusch Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn sie zwar ihre Körper optimiert, aber ihren Geist vernachlässigt? Und könnte es sein, dass die eigentliche Arena des 21. Jahrhunderts nicht mehr das Stadion ist, sondern das menschliche Bewusstsein selbst? Der klassische Sportbegriff gerät zunehmend ins Wanken. Lange galt Sport als Synonym für Muskelkraft, Wettkampf und sichtbare Bewegung. Doch die moderne Neurobiologie, Psychologie und Bewusstseinsforschung zeichnen heute ein deutlich umfassenderes Bild. Zwischen Fitness-Apps, digitaler Reizüberflutung und der stillen Epidemie mentaler Erschöpfung entsteht eine neue Frage: Was bedeutet echte Stärke überhaupt noch? Sport zwischen Muskelkraft und Bewusstseinskultur In Deutschland ist Sport keineswegs nur ein kulturelles Gefühl, sondern auch institutionell definiert. Der Deutscher Olympischer Sportbund hebt die eigenständige motorische Leistung als zentrales Kriterium hervor. Bewegung soll aus dem Menschen selbst entstehen — nic...