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Der Yogaweg der Meditation, Rajayoga, Samadhi und die Kunst, einfach zu sein



Wenn ich über Yoga spreche, komme ich immer wieder zu einer einfachen Frage zurück: Was suchen wir eigentlich, wenn wir Yoga machen – einen beweglicheren Körper oder einen bewegteren Geist? Und was würde geschehen, wenn wir für einen Moment aufhören würden, etwas erreichen zu wollen, und einfach erfahren, was bereits da ist?

Ich beginne deshalb gerne mit einer kleinen Provokation:

Wenn Yoga nur daraus besteht, die Beine hinter den Kopf zu bekommen, dann muss ich leider sagen: Mein Kopf hat andere Pläne.

Yoga ist für mich etwas anderes.

Yoga bedeutet Verbindung.

Das Wort Yoga kommt aus der Sanskritwurzel yuj – verbinden, vereinigen, zusammenführen.

Und plötzlich wird aus einer Körperübung eine sehr viel größere Frage:

Womit möchte ich mich eigentlich verbinden?

Mit meinem Fuß?

Mit meiner Nase?

Mit meinem linken Knie?

Oder vielleicht doch mit mir selbst?

Wo ist das Yoga in den Asanas?

Ich habe großen Respekt vor den Asanas. Die ersten Asanas habe ich bereits 1973 kennengelernt und praktiziert. Damals fand ich das bereits anstrengend und Yogaschulen gab es noch nicht. Ich habe dann einfach mit dem Buch “Licht auf Yoga“ (Light on Yoga / Yoga Dīpīkā) von B. K. S. Iyengar gelernt.

Es gibt ein Wissen, das man nicht aus Büchern lernt, sondern das erst durch das Durchleben der Jahrzehnte seine eigentliche Reife erlangt.

Heute – nach mehr als fünfzig Jahren des Gehens, des Übens und des aufmerksamen Lauschens – schaue ich mit einem veränderten, klaren Blick auf jenen klassischen Yoga-Ansatz. Ein Blick, der nicht mehr nach Äußerlichkeiten sucht, sondern nach dem Wesentlichen.

Dieser Wandel gilt erst recht für die moderneren Formen, die heute den Alltag und Yoga-Markt durchdringen:

Erhitzte und dynamische Stile (wie Hot-Yoga) – oft mehr körperliche Entschlackung und Belastung als meditative Sammelart.

Funktionale und spielerische Abwandlungen (wie Lach-Yoga, Aerial-Yoga oder SUP-Yoga) – die Freude und Bewegung bringen, aber den Fokus oft nach außen verlagern.

Kraftvolle, leistungsorientierte Stile – die Ausdauer und Muskeln fordern, dabei jedoch leicht den feinen Faden zur inneren Stille verlieren.

Yoga ist in seiner tiefsten Essenz kein Sport, kein Trend und kein bloßes Training. Es ist der Weg zurück in die eigene Mitte – ein Ankommen im unbewegten Raum hinter der Bewegung. Zur Einheit.

Der Körper ist ein wunderbares Instrument. Er kann uns helfen, bewusster zu werden, Spannungen wahrzunehmen und wieder in Kontakt mit uns selbst zu kommen.

Aber eine Körperhaltung allein macht noch kein Yoga.

Wenn ich mich auf den Kopf stelle, bedeutet das noch lange nicht, dass ich die Welt verstanden habe.

Manchmal steht man sogar auf dem Kopf und sieht die Dinge danach genauso falsch wie vorher – nur eben aus einer anderen Perspektive.

Das ist immerhin schon ein Anfang.

Aber Yoga geht tiefer.

Eine Asana kann den Körper vorbereiten.

Der Atem kann ruhiger werden.

Die Aufmerksamkeit kann sich sammeln.

Doch irgendwann kommt der entscheidende Moment:

Was geschieht mit meinem Bewusstsein?

Denn wenn ich nur meinen Körper trainiere, habe ich vielleicht einen sehr beweglichen Körper.

Wenn ich aber mein Bewusstsein erfahre, beginnt etwas viel Grundsätzlicheres.

Dann entdecke ich vielleicht, dass ich mehr bin als meine Gedanken, mehr als meine Rollen, mehr als meine Geschichten.

Und genau hier beginnt für mich die Vital Self Meditation, DeepTrancend, der Yogaweg der Meditation.

Vital Self Meditation – zurück zu mir selbst

Vital Self Meditation bedeutet für mich nicht, dass ich mich hinsetze und meinem Geist befehle:

„Jetzt sei endlich still!“

Das wäre ungefähr so, als würde man einem kleinen Kind sagen:

„Du darfst jetzt fünf Minuten lang überhaupt nichts anfassen.“

Wir wissen beide, wie das endet.

Der Geist ist von Natur aus beweglich.

Er denkt.

Er erinnert sich.

Er plant.

Er kommentiert.

Und manchmal führt er sogar Gespräche mit Menschen, die gar nicht im Raum sind.

Das kennen wir alle.

Bei der Vital Self Meditation geht es deshalb nicht darum, den Geist mit Gewalt stillzulegen.

Ich lasse ihn vielmehr seinen eigenen Weg zurückfinden.

Ich gebe ihm Raum.

Ich erlaube der Aufmerksamkeit, sich nach innen zu bewegen.

Nicht mit Druck.

Nicht mit Zwang.

Nicht mit dem Ehrgeiz, jetzt unbedingt „erleuchtet“ zu werden.

Denn auch Erleuchtung als Leistungsziel wäre schon wieder eine ziemlich kuriose Angelegenheit.

„Heute Morgen habe ich mich zur Erleuchtung meditiert. Morgen mache ich noch eine Stunde länger.“

Das wäre dann vermutlich nicht Erleuchtung, sondern spiritueller Leistungssport.

Die Vital Self Meditation geht einen anderen Weg.

Sie ist müheloser.

Natürlicher.

Leiser.

Ich folge der Bewegung des Geistes nach innen – immer wieder.

Und irgendwann wird aus dem vielen Tun ein einfaches Sein.

Die Stille ist nicht leer

Wenn wir von Stille sprechen, denken viele Menschen zunächst an völlige Gedankenlosigkeit.

Aber Stille bedeutet nicht unbedingt, dass kein Gedanke mehr auftaucht.

Die Stille liegt tiefer.

Ich kann auf einem See sitzen und sehen, wie sich an der Oberfläche kleine Wellen bewegen.

Trotzdem ist der See tief.

Die Oberfläche bewegt sich.

Die Tiefe bleibt still.

So können auch in meinem Geist Gedanken auftauchen, während darunter etwas vollkommen Ruhiges vorhanden ist.

Das ist für mich eine der schönsten Erfahrungen der Meditation:

Ich muss nicht jeden Gedanken ernst nehmen.

Ein Gedanke darf kommen.

Ein Gedanke darf gehen.

Ich muss nicht jedem Gedanken hinterherlaufen wie ein Hund seinem Ball.

Manchmal ist ein Gedanke eben nur ein Gedanke.

Und manchmal ist er sogar völlig unsinnig.

Auch das darf sein.

Kundalini – bitte nicht mit Gewalt!

Und dann kommen wir zu einem Thema, das in der Welt der Spiritualität besonders faszinierend klingt:

Kundalini.

Schon das Wort klingt ein bisschen so, als müsste irgendwo im Keller des Menschen eine geheimnisvolle Energie sitzen, die darauf wartet, endlich den Aufzug nach oben zu nehmen.

Aber so verstehe ich Kundalini nicht.

Für mich ist Kundalini ein Bild für die schöpferische Lebenskraft, für Shakti, für die lebendige Intelligenz, die in uns wirkt.

Und diese Kraft muss ich nicht mit Gewalt nach oben treiben.

Ich muss nicht pressen.

Ich muss nicht kämpfen.

Ich muss nicht versuchen, irgendeine geheimnisvolle Energie zu erzwingen.

Das wäre ungefähr so, als würde ich eine Blume anschreien:

„Blüh endlich!“

Sie würde vermutlich trotzdem nicht schneller blühen.

Die Natur arbeitet anders.

Sie wächst.

Sie entfaltet sich.

Sie wartet auf den richtigen Zeitpunkt.

Und genauso kann sich auch innere Entwicklung entfalten.

Wenn der Geist ruhiger wird, kann sich das gesamte System verändern.

Der Atem wird natürlicher.

Der Körper kann loslassen.

Spannungen können sich lösen.

Die Aufmerksamkeit wird feiner.

Und die Lebensenergie bekommt Raum.

Ich muss sie nicht anschieben.

Ich darf ihr begegnen.

Knowing by Being – Erkennen durch Sein

Hier liegt für mich ein ganz wichtiger Schlüssel:

Knowing by Being – Erkennen durch Sein.

Wir Menschen lieben Wissen.

Wir sammeln Informationen.

Wir lesen Bücher.

Wir besuchen Seminare.

Wir schauen Videos.

Wir markieren wichtige Stellen.

Und irgendwann haben wir 27 Bücher über Meditation gelesen und noch immer keine zehn Minuten meditiert.

Auch das ist eine interessante Form spiritueller Aktivität.

Aber Wissen über etwas ist nicht dasselbe wie Erfahrung.

Ich kann hundert Bücher über das Schwimmen lesen.

Ich kann die physikalischen Eigenschaften des Wassers studieren.

Ich kann die Geschichte des Schwimmsports erforschen.

Aber irgendwann kommt der entscheidende Moment:

Ich muss ins Wasser.

Genauso ist es mit Meditation.

Ich kann über Bewusstsein sprechen.

Ich kann über das Selbst philosophieren.

Ich kann die Upanishaden lesen.

Ich kann über Vedanta diskutieren.

Aber irgendwann muss ich die Diskussion verlassen und erfahren.

Das ist für mich Knowing by Being.

Ich erkenne nicht nur etwas. Ich erfahre es, indem ich es bin.

Der Verstand und das Unendliche

Der Verstand ist ein wunderbares Werkzeug.

Ich liebe ihn.

Aber ich würde ihm nicht unbedingt die Aufgabe geben, das gesamte Universum in einen Ordner zu sortieren.

Der Verstand kann analysieren.

Er kann vergleichen.

Er kann unterscheiden.

Er kann Fragen stellen.

Aber das Unendliche lässt sich nicht vollständig in Gedanken verpacken.

Ein Gedanke hat eine Grenze.

Das Unbegrenzte hat keine Grenze.

Deshalb führt die Meditation irgendwann von der Frage

„Was denke ich über mich?“

zu einer viel tieferen Erfahrung:

„Wer bin ich, bevor ich darüber nachdenke?“

Und plötzlich wird es still.

Nicht weil ich etwas geschafft habe.

Sondern weil ich aufgehört habe, etwas schaffen zu müssen.

Samadhi – wenn nichts mehr hinzugefügt werden muss

Samadhi wird oft als etwas Außergewöhnliches beschrieben.

Ich sehe darin etwas sehr Natürliches.

Eine Erfahrung von tiefer Sammlung.

Eine Erfahrung von Einheit.

Eine Erfahrung, in der die gewohnte Trennung zwischen Beobachter und Beobachtetem immer leiser werden kann.

Für einen Moment muss ich nichts erklären.

Nichts beweisen.

Nichts verbessern.

Nichts erreichen.

Ich bin einfach.

Und vielleicht ist genau das für uns moderne Menschen eine der schwierigsten Übungen überhaupt:

Einfach sein.

Wir haben schließlich gelernt, dass wir ständig etwas tun müssen.

Wir müssen produktiv sein.

Wir müssen erreichbar sein.

Wir müssen uns optimieren.

Wir müssen uns entwickeln.

Wir müssen uns verwirklichen.

Und irgendwann sitzen wir auf einem Meditationskissen und versuchen sogar, uns möglichst erfolgreich zu entspannen.

Das ist schon fast wieder eine Kunstform.

Die Vital Self Meditation erinnert mich deshalb an etwas sehr Einfaches:

Ich muss nicht immer jemand werden.

Manchmal darf ich einfach sein.

Die Meditation endet nicht auf dem Meditationskissen

Für mich zeigt sich die Qualität der Meditation nicht nur während der Meditation.

Sie zeigt sich danach.

Wenn ich aufstehe.

Wenn ich mit einem Menschen spreche.

Wenn etwas nicht nach meinem Plan läuft.

Wenn jemand mich provoziert.

Wenn das Leben wieder einmal seine eigene Agenda hat.

Denn dort beginnt die eigentliche Praxis.

Kann ich auch dann noch einen Moment innehalten?

Kann ich zwischen Reiz und Reaktion einen kleinen Raum finden?

Kann ich zuhören, bevor ich antworte?

Kann ich beobachten, bevor ich urteile?

Kann ich handeln, ohne sofort aus meiner inneren Mitte herauszufallen?

Das ist für mich gelebte Meditation.

Dann wird Meditation nicht zu einer Flucht aus dem Leben.

Sie führt mich tiefer in das Leben hinein.

Yoga bedeutet Rückkehr

So verstehe ich Yoga.

Nicht als Wettbewerb.

Nicht als akrobatische Meisterschaft.

Nicht als Sammlung möglichst komplizierter Übungen.

Und auch nicht als Flucht vor der Welt.

Yoga bedeutet für mich Rückkehr.

Eine Rückkehr zu mir selbst.

Zur eigenen Mitte.

Zur eigenen Klarheit.

Zu jener stillen Dimension, die unter dem Lärm des Alltags immer vorhanden ist.

Die Vital Self Meditation ist für mich deshalb keine Reise irgendwohin.

Sie ist eher eine Heimkehr.

Ich muss nicht irgendwo ankommen.

Ich darf entdecken, dass ich niemals wirklich verloren war.

Vielleicht ist das die schönste Pointe des ganzen Weges:

Ich suche mich jahrelang – und am Ende stelle ich fest, dass ich die ganze Zeit da war.

Das ist für mich Yoga.

Das ist für mich Meditation.

Und vielleicht ist es auch die stille Einladung des Lebens:

Werde nicht jemand anderes.

Komm einfach immer mehr bei dir selbst an.

Vital Self Meditation – vom Tun zum Sein, vom Denken zum Erfahren und von der Suche zur Rückkehr.

Buchtipp: Wenn du noch ein Stück weitergehen möchtest

Vielleicht ist beim Lesen oder Zuhören eine Frage geblieben:

Wie kann ich das, worüber wir hier sprechen, eigentlich selbst erfahren?

Genau dafür habe ich mein Buch geschrieben:

„Meditation, muss das sein? – Vital Self Meditation. Bhavatit Dhyan. Der Yoga-Weg der Meditation“

In diesem Buch geht es nicht darum, Meditation komplizierter zu machen. Im Gegenteil. Du kannst natürlich auch auf dieser Webseite etwas erfahren: www.meditierstduschon.de

Ich möchte zeigen, dass Meditation etwas sehr Natürliches sein kann – eine Rückkehr zur eigenen Mitte, zu innerer Ruhe und zu jener stillen Dimension unseres Bewusstseins, die im Alltag leicht untergeht.

Ich verbinde darin Erfahrungen aus meinem jahrzehntelangen Weg als Meditationslehrer mit den Weisheitstraditionen des Yoga und Vedanta und mit einem modernen Verständnis von Bewusstsein und innerer Entwicklung.

Dabei geht es immer wieder um eine einfache Frage:

Muss ich wirklich noch mehr tun – oder darf ich endlich erfahren, was bereits in mir vorhanden ist?

Wenn dich dieser Gedanke begleitet und du die Vital Self Meditation nicht nur verstehen, sondern selbst erfahren möchtest, dann lade ich dich herzlich ein, das Buch als nächsten Schritt auf deinem Weg zu lesen.

Vielleicht wird daraus eine tägliche Meditation.

Vielleicht eine neue Sicht auf Yoga.

Vielleicht einfach jeden Tag ein paar Minuten mehr bei dir selbst.

Und manchmal ist genau das schon ziemlich viel.

„Meditation, muss das sein?“

Vielleicht lautet meine Antwort nach all den Jahren:

Nein. Du musst nicht meditieren.
Aber du darfst entdecken, was geschieht, wenn du dir selbst wirklich begegnest.

📖 Das Buch von Joachim Nusch:
„Meditation, muss das sein? – Vital Self Meditation. Bhavatit Dhyan. Der Yoga-Weg der Meditation“

und überall im Handel erhältlich.

Podcast: https://audio.com/joachim-nusch/audio/der-yogaweg-der-meditation

Patreon:

https://www.patreon.com/joachim_nusch/posts/der-yogaweg-der-170999980?utm_medium=clipboard_copy&utm_source=copyLink&utm_campaign=postshare_creator&utm_content=join_link


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