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Es werden Posts vom Mai, 2025 angezeigt.

Ramanujas spirituelle Rebellion

Der indische Philosoph Ramanuja wird vor allem mit dem Mantra "Om Namo Narayanaya" in Verbindung gebracht. Es gibt eine berühmte Geschichte, die seine tiefe Barmherzigkeit und sein Verständnis für die Notwendigkeit, spirituelles Wissen allen zugänglich zu machen, unterstreicht. Sein Guru Gosthipurna hatte ihm dieses Mantra unter der Bedingung offenbart, es geheim zu halten, da es große erlösende Kraft besaß. Ramanuja jedoch, erfüllt von Mitgefühl für das Leid der Menschen, rief eine große Menge vor einem Tempel zusammen, bestieg den Tempelturm und rief das Mantra laut aus, damit es jeder hören und chanten konnte. Er war bereit, dafür in die Hölle zu gehen, wenn nur die Menschen durch das Hören des Mantras Erlösung finden könnten. Sein Guru war von dieser selbstlosen Tat so beeindruckt, dass er Ramanujas Handlungsweise anerkannte. Dieses Mantra ist auch als Ashtakshara Mantra (achtsilbiges Mantra) bekannt und ist zentral in der Sri Vaishnava Tradition, der Ramanuja angehörte. ...

Erkenntnis ist das Erwachen

 Shiva Sutra 2 3 ज्ञानं जाग्रत् (jñānaṁ jāgrat) ज्ञानम्   jñānaṁ Wissen, Erkenntnis, Bewusstsein जाग्रत्  jāgrat Wachsein, Erwachen, bewusstes Sein Jñānaṁ jāgrat“ „Erkenntnis ist das Erwachen.“ (Sutra 2.3) Kommentar zu „jñānaṁ jāgrat“ – Wissen ist Erwachen > „ज्ञानं जाग्रत्“ – „Wissen ist Wachsein.“ Śiva Sūtra, Kapitel II, Sūtra 3 Was bedeutet es, zu wissen? Was heißt es wirklich, zu erwachen? In diesem prägnanten Sūtra des kaschmirischen Shivaismus liegt ein spirituelles Mysterium verborgen: Wissen ist nicht das Sammeln von Informationen, sondern das Entdecken einer Dimension des Seins, die jenseits aller Dualität liegt – ein Erwachen in das, was immer schon ist. Die integrale Sicht: Zwischen Philosophie, Wissenschaft und Mystik Das Sūtra „jñānaṁ jāgrat“ lädt zu einem Verständnis von Wissen ein, das sowohl die Philosophie des Vedānta als auch die Lehren des Tantra, die Mystik des Westens und moderne Bewusstseinsforschung miteinander verwebt. Der Ausdruck „Wachsei...

Tag des Tees 21. Mai 2025

 Tag des Tees. Dein Moment der Balance: "Teatime und Curry" In einer Welt, die sich oft zu schnell dreht, suchen wir alle nach Momenten der Ruhe und Inspiration. Der heutige Tag des Tees erinnert uns daran, wie eine einfache Tasse Tee uns mit der Welt verbindet und uns in uns selbst ankommen lässt. Doch das Leben ist nicht nur Stille – es ist auch die feurige Lebendigkeit, die uns antreibt und begeistert. Genau diese harmonische Dualität zelebriert "Teatime und Curry", dein neues Buch, das jetzt im Handel erhältlich ist! Stell dir vor: Die sanfte Entschleunigung einer Teestunde, die dich zu dir selbst führt, kombiniert mit der würzigen, kraftvollen Energie eines Currys, das deine Abenteuerlust weckt. "Teatime und Curry" ist mehr als ein Buch – es ist ein Kompass für ein ausgewogenes Leben, eine Quelle zeitloser Weisheiten, die dir hilft, Balance und neue Impulse in deinem Alltag zu finden. Warum "Teatime und Curry"?  * Finde deine Mitte: Erlebe d...

Eine Geschichte aus dem Atharvaveda

Die Geschichte vom König Surya – der Hüter des Lichts Vor langer Zeit, in einem leuchtenden Land zwischen den goldenen Bergen und dem Fluss der Sterne, lebte ein König namens Surya. Er war nicht nur mutig wie ein Löwe, sondern auch so freundlich wie eine warme Sonne am Morgen. Sein Palast war aus weißem Sandstein, aber das wahre Licht kam aus seinem Herzen. Jeden Morgen, bevor die Sonne aufging, setzte sich König Surya unter den alten Banyanbaum und flüsterte ein Gebet: „Ich will ein guter König sein – für die Tiere, für die Menschen und für den Himmel darüber.“ Die Weisen im Land sagten, er sei ein „Dharma-nishtha“ – Das bedeutet: Einer, der immer das Richtige tut. König Surya erzählte den Kindern im Dorf: „Egal ob jemand reich oder arm ist – ich muss ehrlich und gerecht mit allen sein. Das ist mein Versprechen an den Dharma.“ Dann nannten ihn die Leute auch „Prajā-rakṣaka“ – Das bedeutet: Der Beschützer aller Wesen. Wenn ein Vogel verletzt war oder ein Bauer Hilfe brauchte, war König...

80 Jahre Traumakultur

  Rezension: Stephan Leberts "Der blinde Fleck in der eigenen Familiengeschichte" – Eine notwendige Auseinandersetzung mit der transgenerationalen Weitergabe von Trauma. Achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebt Deutschland weiter in einer Traumakultur. Stephan Leberts Buch "Der blinde Fleck in der eigenen Familiengeschichte" ist weit mehr als nur ein Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur; es ist ein tiefgründiges und erschütterndes Zeugnis der anhaltenden Auswirkungen unbewältigter Traumata auf nachfolgende Generationen. Achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beleuchtet Lebert gemeinsam mit dem Trauma- und Stressexperten Louis Lewitan auf eindringliche Weise, wie die Schatten der Vergangenheit weiterhin in den Familien der Täter, Mitläufer und Opportunisten fortwirken. Anhand berührender Gespräche mit Betroffenen wird ein erschreckendes Bild gezeichnet von zwischenmenschlicher Kälte, diffusen Schuldgefühlen, Ängsten und einem Gefühl der ...

Spiritualität heute

Was bedeutet Spiritualität heute – und wie lässt sie sich von Religion unterscheiden? In einer Welt, die sich immer schneller dreht, scheint der Mensch das Zentrum seiner selbst zu verlieren. Aber wie können wir Spiritualität und Religion heute so verstehen, dass sie uns Halt, Sinn und Orientierung bieten – jenseits dogmatischer Zwänge und kultureller Entfremdung? Spiritualität und Religion – zwei Wege zur gleichen Quelle? Der Begriff Spiritualität leitet sich vom lateinischen spiritus ab – Atem, Geist, Lebenskraft. Sie bezeichnet eine innere Erfahrung, die oft jenseits von Worten liegt: das Gefühl, mit etwas Größerem verbunden zu sein. Religion hingegen – vom lateinischen religare, "rückbinden" – bietet einen kollektiven Rahmen, Rituale, Lehren, Mythen, ethische Gebote. Doch was passiert, wenn diese Strukturen nicht mehr tragen? Viele Menschen unserer Zeit erleben eine tiefe Entwurzelung. Der französische Soziologe Edgar Morin spricht von einer Krise der Komplexität, in der ...