Die Architektur des Bewusstseins
Indische Philosophie, Jyotir-Vidyā, Quantenphysik und westliche Mystik begegnen sich heute in einem neuen Dialog. Doch was geschieht, wenn wir diese Wissenswege nicht vermischen, sondern als unterschiedliche Fenster auf dieselbe große Frage betrachten?
Wie können alte Erkenntniswege unser heutiges Verständnis von Bewusstsein, Wirklichkeit und innerer Entwicklung bereichern? Und wie lässt sich dabei eine Sprache finden, die wissenschaftlich wach und zugleich dem Geheimnis des Lebens zugewandt bleibt?
Bewusstsein als Brücke zwischen den Welten
Köln trägt den Charakter einer alten europäischen Begegnungsstadt. Als Sancta Colonia ist die Stadt tief in der christlichen Geschichte verwurzelt. Zugleich lebt hier eine vielfältige und offene Gegenwart.
Christentum, Judentum und Islam prägen diese religiöse Landschaft. Daneben gewinnen die Geisteswege des Sanātana Dharma und des Vedānta zunehmend Aufmerksamkeit.
Damit wächst auch das Interesse an Bildungsformaten, die Religion, Philosophie, Meditation und moderne Bewusstseinsfragen miteinander ins Gespräch bringen.
Die Geschichte dieses Dialogs reicht in Deutschland weit zurück. Schon im späten 18. und 19. Jahrhundert beschäftigten sich Denker wie Friedrich Schlegel, Wilhelm von Humboldt und Arthur Schopenhauer intensiv mit indischer Philosophie.
Diese Begegnung veränderte das europäische Geistesleben. Im 20. Jahrhundert wurde sie durch die Beschäftigung einzelner Physiker mit indischem Denken weiter vertieft.
Erwin Schrödinger und Werner Heisenberg interessierten sich für die philosophischen Fragen, die aus der modernen Physik hervorgingen. Dabei fanden sie in den Upanishaden und im Vedānta Denkmotive, die ihnen geistig vertraut erschienen.
„Wenn ich die Bhagavad Gita lese und darüber nachdachte, wie Gott dieses Universum erschaffen hat, erscheint mir alles andere so überflüssig.” Albert Einstein
Heute verschiebt sich der Blick erneut. Es geht nicht mehr allein um die philologische Untersuchung alter Texte. Im Mittelpunkt stehen auch Bewusstsein, Erfahrung, Meditation und die Frage nach einer verantwortungsvollen Anwendung dieser Erkenntnisse.
Dabei braucht es Unterscheidungskraft. Vedānta ist keine Quantenphysik. Quantenphysik ist kein Beweis für Vedānta. Beide können jedoch miteinander ins Gespräch treten, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
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