Dienstag, 3. März 2026

Mein Kommentar zum Krieg im nahen Osten

Was geschieht im unsichtbaren Raum des Gewissens, wenn das heilige Prinzip der Gewaltlosigkeit durch Blut und Zerstörung gebrochen wird? Und welche Stimme würde das Göttliche erheben, wenn der Mensch im Namen von Macht, Angst oder Ideologie das Leben eines anderen beendet?


Wenn Ahimsa verletzt wird – eine theologische und philosophische Betrachtung


Das Prinzip Ahimsa – die radikale Achtung vor allem Leben (du sollst nicht töten) – ist kein moralischer Luxus, sondern eine ontologische Aussage über die Einheit allen Seins. In der indischen Tradition, insbesondere in der Bhagavad Gita, wird das Leben als Ausdruck des unsterblichen Selbst (Ātman) verstanden. „Wer das Selbst im Selbst aller Wesen sieht“, heißt es dort, „verletzt nicht.“


Was also würde Gott sagen?


Vielleicht nicht in Donnerworten, sondern in einer stillen, durchdringenden Frage:


> „Warum bekämpfst du dich selbst?“


1. Ahimsa als kosmisches Gesetz


Ahimsa ist mehr als ethisches Gebot. Es ist Ausdruck von Ṛta – der kosmischen Ordnung. In der vedischen Sicht bedeutet jede Handlung, die aus Hass, Gier oder Angst entsteht, eine Störung dieser Harmonie.


Mahatma Gandhi sagte:


> „Ahimsa ist die höchste Pflicht.“


Für ihn war Gewalt nicht nur politisches Problem, sondern spirituelle Entfremdung. Wenn Gott sprechen würde, so könnte Er sagen:


„Ich bin in dem, den du tötest.“


„Ich bin im Schmerz der Mutter.“


„Ich bin im Gewissen, das dich nachts nicht schlafen lässt.“


„Du kannst mich nicht verteidigen, indem du meine Schöpfung zerstörst.“


2. Der innere Krieg – psychologische Perspektive


Aus der Tiefe der Bewusstseinsforschung wissen wir: Gewalt beginnt nicht auf dem Schlachtfeld, sondern im Schatten der Psyche.


Wenn ein Mensch tötet, projiziert er das Unintegrierte nach außen. Die moderne Traumaforschung – etwa von Bessel van der Kolk – zeigt, wie Gewalt neue Traumaketten erzeugt.


Gott – als Symbol des höchsten Bewusstseins – könnte sagen:


> „Heile zuerst deinen inneren Krieg.“


3. Die paradoxe Lehre der Bhagavad Gita


Manche verweisen auf die kriegerische Szene der Bhagavad Gita. Doch dort geht es nicht um Rechtfertigung von Gewalt, sondern um die Frage nach Dharma – Pflicht im Kontext kosmischer Verantwortung und innerer Transformation.


Krishna spricht zu Arjuna nicht aus Hass, sondern aus transzendenter Perspektive. Die zentrale Botschaft ist nicht Töten, sondern Handeln ohne Ego, ohne Anhaftung, im Bewusstsein der Unsterblichkeit der Seele, gefestigt im “Yoga”, Sein. 


Doch das ist kein Freibrief. Es ist eine extreme Ausnahmesituation – keine Norm für Machtpolitik.


4. Ahimsa im globalen Kontext


Betrachten wir heutige Kriege – ob im Nahen Osten, Iran, Gaza, Ukraine, in Europa oder anderswo. Das Töten wird oft als „Prävention“, „Verteidigung“ oder „Sicherheit“ deklariert.


Gott würde möglicherweise nicht parteiisch sprechen. Sondern so:


„Ihr nennt es Sicherheit – ich sehe Angst.“


„Ihr nennt es Ehre – ich sehe verletzten Stolz.“


„Ihr nennt es Gerechtigkeit – ich sehe fehlende Versöhnung.“


Der Dalai Lama formulierte es schlicht:


> „Frieden beginnt im Geist des Einzelnen.“


5. Wissenschaft und Spiritualität


Neurobiologisch wissen wir: Mitgefühl aktiviert präfrontale Netzwerke, Aggression dagegen limbische Alarmreaktionen. Studien der Stanford University zum „Compassion Training“ zeigen messbare Veränderungen im Gehirn durch Mitgefühlspraxis.


Das bedeutet: Ahimsa ist trainierbar.


Wenn Gott als höchste Intelligenz gedacht wird, dann wäre Gewalt ein Zeichen von Bewusstseinsdefizit – nicht von Stärke.


6. Eine mögliche göttliche Antwort


Vielleicht würde Gott sagen:


> „Ich habe euch Freiheit gegeben, nicht Waffen. Ich habe euch Bewusstsein gegeben, nicht Feindschaft. Jeder Akt der Gewalt entfernt euch nicht von mir – sondern von euch selbst.“


Oder in den Worten von Rumi:


> „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Feld. Dort treffen wir uns.“


Dieses Feld ist Ahimsa.


Praxis: Wie Ahimsa konkret leben?


Ahimsa beginnt nicht im Parlament, sondern im Alltag.


Achtsame Sprache statt verbaler Aggression


Bewusstes Konsumverhalten


Meditative Selbstbeobachtung


Tägliche Meditation 


Konfliktklärung ohne Eskalation


Politische Bildung ohne Dämonisierung


Aus meiner eigenen Arbeit mit Meditation weißt ich, wie sehr innere Stille äußere Handlungen verändert. Jede regelmäßige Praxis – ob Vital Self Meditation oder andere Formen – kultiviert jenes Feld, in dem Gewaltlosigkeit natürlich wird.

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Zeitgemäße Zusammenfassung


Wenn das Prinzip Ahimsa durch Krieg verletzt wird, dann ist das nicht nur ein politisches Ereignis, sondern ein spiritueller Bruch im kollektiven Bewusstsein.


Gott – verstanden als höchste Intelligenz oder reines Bewusstsein – würde nicht zur Rache aufrufen, sondern zur Rückkehr in die Einheit. Gewalt ist Trennung. Ahimsa ist Erinnerung.


Und vielleicht liegt die entscheidende Frage nicht darin, was Gott sagen würde – sondern ob wir bereit sind, diese leise Stimme in uns zu hören.


Peace begins withib